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Ich mache gerne Gartenarbeiten als Ausgleich zum Bürojob. Da bin ich an der frischen Luft und habe Bewegung. Und ich sehe, was ich geleistet habe, im Gegensatz zum Fitnesscenter. Da sehen die bearbeiteten Geräte ganz genauso aus wie vorher.
Dafür hasse ich Näharbeiten. Schon beim Annähen eines Knopfes weiss ich nicht, wo Nadel und Faden sind. Das Stopfen von Strümpfen und die Reparatur einer eingerissenen Hose habe ich nie gelernt.
Du beschäftigst dich gerne mit kleinen Kindern, freust dich auf das Lachen und die kleinen Fortschritte beim Sprechen, Laufen, Erkennen. Allerdings: Näharbeiten magst du genauso wenig wie ich.
Du hast einen Garten und könntest mein Angebot gut gebrauchen. Aber ich habe keine kleinen Kinder, du kannst dich nicht mit einer Gegenleistung revanchieren.
Damit wir doch zusammenkommen, brauchen wir einen Menschen, der einen Babysitter sucht und dafür Näharbeiten macht.
Wir drei - das ist ein Tauschring.
Damit es einigermaßen fair zugeht, schreiben wir die jeweils geleistete Zeit auf. Dem Einen ist das gar nicht so wichtig, aber der Andere möchte gerne eine Übersicht.
Gründung eines Tauschrings für Dienstleistungen, Nutzungsrechte und Güter in Weinheim einschließlich Ortsteile.
Der wirtschaftliche Austausch unter den TauschringteilnehmerInnen wird ausschließlich geldlos organisiert. Verrechnungsgrundlage ist nur die Zeit. Die Währung ist das TALENT, das alle haben.
Die Führung der TALENTE-Konten erledigt die Tauschring-Zentrale (Leitungskreis).
Brücken bauen zwischen Menschen aus
- allen Generationen,
- allen Berufsgruppen,
- allen Bevölkerungsschichten,
- allen Nationen.
Für eine gute Nachbarschaft!
Dies soll erreicht werden durch die Gründung und Etablierung eines Tauschrings für Dienstleistungen, Nutzungsrechte und Güter in Weinheim einschließlich aller Ortsteile.
Das Projekt "Weinheimer Tauschring" beabsichtigt Menschen aus den verschiedensten Bevölkerungsgruppen aufgrund ihrer individuellen Fähigkeiten, Erfahrungen und Interessen näher zusammenzubringen.
Die Möglichkeiten sind dabei nahezu unbegrenzt. So stellt der generationenübergreifende Charakter ein wesentliches Element dar. Wichtig sind außerdem der Abbau von Vorurteilen gegenüber Menschen aufgrund ihrer Herkunft und/oder ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.
Insbesondere wird eine enge Kooperation mit dem ortsansässigen Handel und Kleingewerbe, sowie der Landwirtschaft angestrebt, damit deren Existenzfähigkeit gefördert und die ortsnahe Versorgung der Bevölkerung gesichert oder gar verbessert wird.
Jugendliche und Senioren, Unternehmer und Arbeiter, Ausländer und Inländer, Händler und Kunden, Behinderte und Nichtbehinderte. Also an alle richtet sich das Angebot zur Teilnahme.
Der örtliche Wirtschaftskreislauf soll gefördert werden. Denn, werden Bedürfnisse ortsnah befriedigt, möglichst mit aus der Region stammenden Materialien, so entfällt der ansonsten notwendige Transport und der Anfahrtsweg für den/die Ausführenden. Da dieser meist mit dem PKW zurückgelegt wird, wird die Umwelt mit weniger Abgasen und Lärm belastet.
Beim Austausch gebrauchter Güter finden diese nochmals eine sinnvolle Verwendung, was den Verbrauch von Rohstoffen und das Müllaufkommen vermindert.
Durch den Austausch selbsterzeugter Lebensmittel wird das Interesse an einer sauberen Umwelt fast automatisch mit erzeugt, sofern es nicht schon besteht. Traditionelle Methoden der Verarbeitung und Haltbarmachung ermöglichen eine Emanzipation von industriell gefertigten Nahrungsmitteln. Durch Darren und Einwecken lassen sich ohne künstliche Zusatzstoffe und lange Transportwege auf umweltfreundliche Weise Vorräte anlegen
Ziel ist auch die Förderung des örtlichen Tourismus. Die unmittelbare Umgebung muss als Erholungs- und Urlaubsgebiet neu geschaffen bzw. erhalten, erschlossen und vermittelt werden. Fernweh und die Sehnsucht nach Erlebnis und Erholung spiegelt die Sinnlosigkeit weiter Bereiche menschlichen Handelns. Mit der Überbrückung immer größerer Entfernungen zum Wohnort gelingt immer weniger Zeitgenossen immer seltener ihre damit erhofften Wünsche zu erfüllen.
Im Rahmen des Tauschrings wäre es z. B. denkbar, dass jemand aus der Weststadt(Rheinebene) im Rahmen von Housesitting Urlaub in Oberflockenbach(Odenwaldstadtteil) machen kann. Auf diese Idee würde im Normalfall eher selten jemand kommen. Doch der Tauschring ermöglicht so allen Weinheimern auf eine neue Weise ihre Stadt besser kennen zu lernen und schafft so eine erweiterte Sensibilität für Belange anderer Stadtteile.
Teilziel ökonomie:
Wirtschaftliche Betätigung führt in der Regel zur Steigerung des
Wohlstands. In der Marktwirtschaft führt dies aber leider oft dazu, dass diese
Wohlstandsvermehrung gänzlich von nur indirekt Beteiligten abgeschöpft wird,
die zudem selten eine soziale Beziehung zum Ort der Wertschöpfung haben
(Banken, Fonds). Häufig findet sogar ein Kapitalabfluss statt, der einer
Liquidierung von Anlagekapital folgt.
Die im Tauschring erwirtschafteten Werte bleiben ausschließlich in der Region bzw. im Ort. Zudem fließen in wirtschaftliche Entscheidungen der TauschringteilnehmerInnen soziale Aspekte ein, die das Umfeld wirtschaftlicher Betätigung überdurchschnittlich berücksichtigen.
Durch den Verzicht auf eine Verzinsung der Guthaben und Schulden, wird verhindert, dass sich einmal ergebene Ungleichheiten der Verteilung automatisch verstärken.
Im Tauschring werden Dienstleistungen, Nutzungsrechte und Sachangebote gemacht und nachgefragt, die im profitorientierten Wirtschaftssystem nicht auftauchen, da diese darin nicht marktfähig sind. So finden also Wertschöpfungen statt, die zwar in keiner Bilanz auftauchen, die aber spürbar zur Verbesserung der Lebenssituation der TauschringteilnehmerInnen und des gesamten Umfeldes beitragen.
Teilziel Soziales:
Unsere Gesellschaft ist geprägt von einer wachsenden Ungleichverteilung der
Einkommen und Vermögen. Die Schere zwischen Armut und Reichtum geht weiter
auseinander. Immer mehr Menschen sind davon überfordert, ständig "am
Markt" bestehen zu müssen, und immer mehr Menschen verabschieden sich aus
der Gemeinschaft, weil sie sich an den Rand gedrängt fühlen. Gleichzeitig gibt
es viele, die etwas für die Gemeinschaft tun wollen, aber selten Ansatzpunkte
finden.
Das Interesse für die Gemeinschaft und die Bereitschaft sich für diese einzusetzen kann nur von unten wachsen. Bei guter Unterstützung von oben ist ein Erfolg zweifellos wahrscheinlicher. Betroffene sind nicht Objekte für Hilfsleistungen sondern Akteure.
Ein Tauschring bietet Vorteile für viele Menschen. Eingeladen zur Mitarbeit sind alle die bereit sind, einen Teil ihrer freien Zeit gegen entsprechende Bezahlung in der Tauschringwährung ( TALENT ) zur Verfügung zu stellen. Der gesellschaftliche Trend zur Individualisierung sowie anonyme Wohnsituationen haben alte Traditionen der nachbarschaftlichen Hilfe vielerorts einschlafen lassen. Selten wohnen mehrere Generationen einer Familie unter einem Dach oder in leicht erreichbarer Entfernung zueinander.
Durch den Tauschring können nachbarschaftliche Kontakte leichter entstehen. Dabei gehen die Möglichkeiten eines organisierten Tauschrings über eine lokal begrenzte Nachbarschaftshilfe weit hinaus. Der Tauschring kann (und wird) zur Verbesserung des sozialen Klimas beitragen. Menschen aus verschiedenen Berufsgruppen und Bevölkerungsschichten können leichter zueinander finden und Ihre Erfahrungen und Gedanken austauschen.
Über einen Sozialfond, der durch die Talente der Mitglieder gespeist wird, sollen weniger leistungsfähige Menschen oder gemeinwohlfördernde Projekte unterstützt werden.
Der Tauschring wird den Bedürfnissen der Menschen gerecht und unterliegt nicht den abstrakten Regeln einer Weltökonomie.
Viele Menschen besitzen Qualifikationen und Fertigkeiten, die nicht eingesetzt werden, weil unser gesellschaftliches System sie nicht nachfragt, obwohl sie dringend gebraucht werden. Angebot und Nachfrage nach menschlicher Arbeit werden fast ausschließlich über die Gesetze des Marktes geregelt, was in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit dazu führt, dass der Druck auf die, die Arbeit besitzen, wächst. Diejenigen jedoch, die auf dem Arbeitsmarkt nicht unterkommen, werden gegen ihren Willen mit viel freier Zeit ausgestattet. Hinzu kommt, dass die finanzielle Lage sich in vielen Haushalten zuspitzt. Notwendige Dienstleistungen können darum oft nicht mehr bezahlt werden.
Regelmäßige Tauschringtreffen sollen AnbieterInnen und NachfragerInnen, die aus den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen kommen sollen, zusammenbringen. Ein wesentliches Element wird dort neben dem gemütlichen Beisammensein auch die Bildungsarbeit sein.
Brachliegende Fähigkeiten und ungenutzte Zeitreserven verbunden mit abnehmenden finanziellen Spielräumen, sowie zunehmende Individualisierung und Kommerzialisierung aller Lebensbereiche bilden den Hintergrund für den Vorschlag zur Gründung eines Weinheimer Tauschrings.
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